Die Jesuitenmissionen oder Reduktionen funktionierten als kleine "unabhängige Republiken" und lebten in Autarkie im Herzen der spanischen Kolonien, gegründet zu Beginn des 16. Jahrhunderts bis zum Jahre 1768, dem Jahr, in dem sie durch ein Dekret der spanischen Krone des Landes verwiesen wurden.
Die Missionare aus dem katholischen Orden der Gesellschaft Jesu (Jesuiten), hatten die Aufgabe, mit der Christianisierung der Guarani-Indianer zu beginnen. Die Missionare verstanden es, die Guarani-Indianer seßhaft zu machen und sie unter ihrer Anleitung zu eigenverantwortlichen Gemeinschaften zusammenzuschließen. Heute bestehen mehr oder weniger noch 30 Ruinen, die auf Paraguay, Argentinien und Brasilien verteilt sind.
Die Siedlungen bestanden aus den Unterkünften der Indianer, der Kirche als das Herz der Gemeinschaft und einer Schule. Das Land war Gemeinbesitz und wurde gemeinschaftlich bearbeitet, von daher auch der Name "Tupa mbae" Gotteserde.
Die Guaranies zeigten ein großes Kunst- und Handwerkstalent. Davon zeugen noch heute die kirchlichen Altarbilder, Steinskulpturen und Holzschnitzereien, Zeichnungen und andere Hinterlassenschaften.
Musik und Gesang wurden als Teil der indianischen Kultur besonders gepflegt. In den Siedlungen arbeiteten talentierte Schmiede, hervorragende Glockengießer und begabte Buchdrucker.
Die Missionare waren es auch, die alle Kräfte einsetzten, um die Indianer vor den grausamen Überfällen der Bandeirantes und Mamelucos (aus Brasilien einfallende und rücksichtslos vorgehende Sklavenhändler) zu schützen.
Die größten Reduktionen befinden sich in Paraguay,
und zwei unter ihnen sind zum "Kulturgut der Menschheit" durch die UNESCO erklärt worden.
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