Paraguay heute

Zu den deutschen Siedlern dieser ersten Generation gehörten auch die Eltern des im November 1912 in Encarnaciön (Südparaguay) geborenen Alfredo Stroessner. Als Oberbefehlshaber der Streitkräfte (1952-1954) putschte sich Stroessner im Mai 1954 an die Macht.

Nach einem relativ unblutigen Putsch am 3. Februar 1989 ging die Regierungsgewalt auf General Andres Rodriguez über, der im Mai des gleichen Jahres mit einer Stimmenmehrheit von 70 % zum ersten Präsidenten einer neuen Demokratie gewählt wurde. Stärkste und regierende Partei waren und blieben die "Colorados". Sie stellen auch den im Mai 1998 gewählten Präsidenten Raul Cubas Grau, der am 15. August 1998 in sein Amt eingeführt wurde. Seit 1989 setzt sich der Demokratisierungsprozeß kontinuierlich fort, wozu auch eine

korrekt arbeitende Verwaltung zählt. Das kleine Handgeld für eine Gefälligkeit, oder damit alles ein wenig rascher geht, gehört allerdings immer noch zu den beliebten Gepflogenheiten.

Inzwischen haben sich neben nationalen Banken auch repräsentative Großbanken aus den USA, England, Deutschland, Japan und vielen anderen Ländern in Paraguay etabliert. Das Land heute als "die Schweiz Südamerikas" zu bezeichnen, ist also gar nicht so abwegig, und sicherlich tragen die im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Staaten hervorragende wirtschaftliche Entwicklung, die stabile Landeswährung, die niedrigen Lebenshaltungskosten und die Minimal- bzw. Nullsteuern (je nach Betätigungsfeld) mit dazu bei, daß die Zahl ausländischer Siedler und Einwanderer Jahr für Jahr beständig zunimmt.